Wanderwege in der Rhön - Der Hochrhöner Premiumwanderweg!

Erfahrungsbericht Hochrhöner-Premiumweg
Nachbericht von K.P-Kelber zum Hochrhöner
Einleitung
Relativ kurzfristig hatten wir (K.-P. u. U.) uns entschlossen,
einen Kurzurlaub als Wanderurlaub in der Rhön zu verbringen.
Wir entscheiden uns für die Kuppenrhön-Variante des "Hochrhöner-Premiumweges"
(2006 eröffnet) und besorgen uns telefonisch und mit Hilfe des Internets alle Quartiere, was innerhalb eines
Sonntags gelingt.
Den teilweise von anderen Wanderern gepflegten luxuriösen Voraus-Gepäcktransport von einem Übernachtsquartier zum anderen lehnten wir ab, durch unsere traditionell-puristische Einstellung zum Wandern trug jeder von uns einen Rucksack von gut 10 kg Gewicht mit allen lebensnotwendigen Dingen bergauf-bergab durch den gesamten Wanderweg. Als relativ ungeübte Wanderer betrachteten wir unsere Hochrhöner-Tour - von 10 Teilabschnitten auf 9 aufeinander folgende Tagesetappen reduziert (keine Ruhetage dazwischen) - als persönliche Herausforderung. Bei der östlichen Spange über die Kuppenrhön kommt nach Literaturangaben immerhin eine Gesamtstrecke von 147 Kilometern zusammen.
Weil in den meisten Internet-Darstellungen über den "Hochrhöner" nur die sattsam bekannten Lobpreisungen und glattpolierten Worthülsen der Tourismus-Industrie zu finden waren, die aber mit der Realität unserer authentischen Erfahrungen nicht immer im Einklang standen, haben wir uns entschlossen, unsere frisch erworbenen Wander-Erfahrungen in Form einer Website weiterzugeben. Weitere hilfreiche und informative Webseiten zum Hochrhöner-Premiumweg haben wir in einem speziellen Verzeichnis aufgelistet.
Anmerkungen zu der von uns verwendeten Wegbeschreibungsbroschüre und Wanderkarte
Spontan hatten wir uns im Buchhandel zum Kauf der Broschüre "Hochrhöner Premiumweg Wanderführer", 48 S., Dehler Verlag (zukünftig im Text als "Wanderführer" bezeichnet), und der ADAC Wanderkarte "Premiumweg Der Hochrhöner" im Maßstab 1 : 30 000 entschlossen (wird im folgenden Text als "Wanderkarte" bezeichnet).
Der Wanderführer erwies sich in seiner verbalen Wegbeschreibung als sehr präzise. Ganz instruktiv und uns sehr bald ans Herz gewachsen waren die eingeschalteten Höhenprofile der einzelnen Tagesetappen. Allerdings genügen die Teilkarten des Wanderführers keinesfalls zur alleinigen Orientierung bei der Wanderung, diese sind viel zu oberflächlich gehalten. Dennoch zeigen die kleinen Etappenkarten hier teilweise Informationen, die in der Wanderkarte nicht zu finden sind, etwa den Verlauf der ehemaligen Zonengrenze auf S. 25 (grüne gerissene Linie, wurde allerdings in der Legende auf S. 47 nicht aufgeführt). Als komplette Fehlinformation ist der im Wanderführer (S. 13) grün eingezeichnete Zubringer zur Ortschaft Sandberg zu betrachten (siehe Wandertag 2).
Die Wanderkarte war ganz tauglich durch ihren auflösenden Maßstab, die Geländemorphologie wurde durch die Höhenschichtlinien einigermaßen genau wiedergegeben, das erleichterte die Orientierung. Allerdings hätte man sich doch noch viel mehr Einzelheiten gewünscht, z. B. Einzeichnung der Landesgrenzen, des Verlaufs des Todesstreifens zwischen der ehemaligen DDR und BRD (jetzt dort noch gitterförmige Bodenplatten aus Beton, Stolpergefahr!), die Linienführung von Hochspannungsleitungen - kurz all das, was man ansonsten annähernd von topographischen Karten im Maßstab 1 : 25 000 her kennt. Auch die Einzeichnung der Höhenlage der Ortschaften wäre ganz hilfreich, um die Steilheit der Anstiege besser abschätzen zu können. Revisionsbedürftig ist die Karte an einigen Punkten, weil dort die Markierung im Gelände nicht mehr mit dem Verlauf des Hochrhöners in der Karte übereinstimmt. Zu nennen ist der Punkt kurz vor Oberweißenbrunn (siehe Wandertag 3) sowie der Abstieg vom Gipfel des Pleß (unser Wandertag 9), wo der Wanderweg bei der Eintragung des Schriftzuges "Pleß-tannenwiese" entgegen der Karteneinzeichnung in der Realität nicht mehr in dem westlich verlaufenden Bogen verläuft, sondern mehr oder weniger parallel an der asphaltierten Straße den Berg herunter geführt ist.
Die Wegmarkierungen des Hochrhöner Premiumweges
Ein immerwährender Vorgang während unserer Wandertour, der uns bald in Fleisch und Blut übergegangen ist, war das aufmerksame Fahnden nach Wegweisern und das "scannen" der seitlich stehenden Bäume nach dem wohl vertrauten Markierungszeichen des Hochrhöner-Premiumweges, dem gelben Buchstaben "Ó" auf weißem Grund. Dabei war sehr wichtig, dass - etwa bei einer Richtungsänderung oder nach dem Abzweig eines Seitenweges - kurz nach dem richtungskündenden Markierungszeichen ein weiteres gelbes "Ó" erschienen ist, gleichsam zur Bestätigung, auf dem rechten Wege zu sein. Solche perfekten Kennzeichnungen eines "Premium"-Wanderweges gaben uns Gewissheit und Zuversicht, sie ermöglichten ein stressfreies Wandern. Im Idealfall (aber leider nicht überall) tauchten auch auf längeren geraden Strecken in nicht allzu langen Intervallen immer wieder "Ó"-Markierungen auf. Bei längerer unmarkierter Strecke ist die Wahrscheinlichkeit, falsch zu laufen - wie uns schmerzliche Erfahrungen lehrten - nicht völlig auszuschließen. Zusehens schrillen bei längerer unmarkierter Wanderstrecke in den Köpfen der Wanderer alle Alarmglocken. Dann verderben Streßhormone und Hektik das Wandervergnügen.
Leider sind diese perfekten Markierungs-Gepflogenheiten in der Hochrhöner-Tour längst nicht mehr durchgängig verwirklicht. Nach unseren soeben gemachten Erfahrungen sind, generell gesprochen, die Wegemarkierungen im bayerischen Teil des Hochrhöners weitgehend noch vorbildlich zu nennen, ebenso in großen Teilen der Wandertour in Thüringen (weniger gut markierte Strecken siehe Wandertag 8 und 9). Die größten Enttäuschungen erfuhren wir im hessischen Landesteil der Wandertour, eigentlich im Kerngebiet des Hochrhöners. Nicht nur, dass des Öfteren die Markierungen gänzlich fehlten - gar nicht selten waren die gelben Markierungsbepinselungen so alt und verwittert, dass man sie nur mit Mühe von gelblichen Flechtenbewuchs unterscheiden konnte.
Hier nur einige wenige Beispiele eklatanter Markierungsdefizite: Vor dem Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe stehend, trifft man im nahen Umkreis komfortabel auf alle nur möglichen Hinweise zu anderen Wanderwegen, die ebenfalls auf dem höchsten Berg der Rhön zusammenkommen, aber weit und breit ist keine einzige Wegemarkierung des hochgepriesenen "Premium"-Hochrhöners in Richtung Abtsroda zu sehen. Erst nach längerer geduldiger Suche und mit gehörigem kriminalistischem Geschick findet man schließlich den Eingang zum steilen Abstieg am Nordhang der Wasserkuppe. Ebenso ist der Einstieg in den Wanderweg am Parkplatz Abtsroda (dort, wo drei Straßen aufeinander stoßen) nur schwer auszumachen und kostet gehörige Nervenkraft. Ganz ärgerlich ist auch das Markierungsdefizit am Ortsrand von Tann in Richtung Dietgeshof (siehe hierzu Wandertag 7).
Winterurlaub in der Rhön buchen
Wird gerade bearbeitet!







